Aus der Werkstatt

Irgendwann werden Ideen so handfest, dass sie raus müssen in die Welt. Und so landen sie zunächst in Form von Skizzen auf Papier, um dann eines Tages am Goldschmiedewerktisch Form anzunehmen. Das kann bei manchen Stücken lange dauern, bei anderen geht es ganz schnell.

 

Auf dieser Seite zeige ich nach und nach ein paar Einblicke in meinen Gestaltungs,- und Arbeitsprozess zu Schmuckstücken und Kunstobjekten, die man salopp gesagt in die Schublade "irgendwas mit Symbolen" stecken könnte. Oder mit Geschichte und Geschichten.

Ich bin überhaupt keine Sammlerin und mag es eher übersichtlich in meinen Schubladen. Und doch sammelt sich ganz von alleine immer wieder so einiges an, und manchmal, wenn man ein lange vergessenes Stück in die Hand nimmt, wird man plötzlich in eine längst vergangene Situation zurück versetzt und erlebt sie in der Erinnerung noch einmal nach.

Und so können Stücke, die überhaupt keinen materiellen Wert besitzen, auf einmal für uns besonders Wert-voll sein.

Als Goldschmiedin darf ich mit sehr edlen und wertvollen Werkstoffen hantieren, und oft sind Stücke, die ich für Kundinnen* anfertige, noch zusätzlich mit ideeler Bedeutung aufgeladen. Eine große Verantwortung und eine große Freude, egal wie hoch oder gering der materielle Wert auch sein mag.

 

P.s. mehr aus Werkstatt und Gemeinschaftsatelier findet man bei Atelier kleine Freiheit.

 


Februar 2020

Aus der Werkstatt in den Onlineshop!

 

Endlich ist es soweit: Seeligkeiten hat einen kleinen Onlineshop bekommen!

Er befindet sich noch im Aufbau und wird sich nach und nach weiter füllen.

Im Seeligkeiten-Shop gibt es eine Auswahl schöner, handgefertigter Meditationsketten, Armbänder und Rosenkränze. Handschmeichelndes Olivenholz, edle Schmucksteinkugeln und massives Silber - das sind die Werkstoffe für meine Stücke.

Demnächst werden auch kleine Kunstobjekte in den neuen Shop einziehen.

 

 


Februar 2020

 

Glücksbringer, Amulette, Talismane...alles Quatsch? 

 

Brauchen wir heute nicht mehr. Wir sind aufgeklärt und rational. Glücksbringer sind was für hoffnungslose Romantiker und Abergläubige.

Stimmt.

Wir sollen das Herz nicht an die Dinge hängen und tun es doch permanent.

Unser Leben hängt aber zum Glück nicht am Meditationsarmband oder dem silbernen Schutzengel.

Aber unsere Hoffnungen, die hängen da dran.

Und die guten Wünsche unserer Lieben, die uns diese kleinen Erinnerungsstücke geschenkt haben.

Unsere Geschichten lassen die Dinge lebendig werden.

Wenn ich in meiner Werkstatt solche Stücke entwerfe wie dieses Anker-Amulett, dann wandern jedes Mal viele Gedanken und Erinnerungen mit in die Arbeit. Oder die Geschichten der Auftraggeber*in. Ist es deshalb gleich "mehr" als bloß ein hübscher Silberschmuck? Sicher nicht. Das wird es vielleicht nur in dem Moment, in dem die Person, die das Stück trägt, sich dazu ihre eigenen Gedanken macht. Eines Tages wird es vielleicht nur ein altes Erbstück sein, mit dem die nächste oder Übernächste Generation nichts mehr anfangen kann.

Ob es dann wohl irgendwann wieder zu neuem Leben erweckt wird?

 


Januar 2020

 

Am Kreuzweg.

 

Am Kreuz scheiden sich immer noch die Geister.

Für die einen ist es Ausdruck ihres Glaubens, für andere lediglich ein modisches Accessoire.

Für wieder andere ein lästiges Ärgernis, ein Affront. 

Über das Kreuz wurde und wird immerzu gestritten. 

Darf es an der Wand im Klassenzimmer hängen? Am Hals der* Lehrerin*? Ist es ok, es einfach so zu tragen, weil man es schön findet?

Für mich ist das Kreuz ein Symbol mit vielen Aussagemöglichkeiten. 

 

Wege kreuzen sich.

Oben und Unten verbindet sich.

Pläne werden durchkreuzt.

Viele Richtungen, in die man gehen könnte.

Kreuz und quer.

Himmel und Erde.

Leidenszeichen mit eingebauter Hoffnung.

Man kann seine Sorgen daran aufhängen.

Es kann viel mehr tragen als man denkt.

 

...

 

Momentan arbeite ich gerne in Wachs. Das erlaubt viel mehr Plastizität und freiere Formen als das direkte Arbeiten mit Silber oder Gold. Ich kann ganz frei ausprobieren, ohne mir Gedanken über das kostspielige Material machen zu müssen. Wenn ich mit einem Modell fertig bin, übergebe ich das Wachsmodell an eine Gießerei, die dann aus Silber oder Gold einen oder auch mehrere Abgüsse herstellt. Am Ende bekommen die Stücke dann von mir noch weitere Gestaltungselemente und die finale Oberflächenbearbeitung.

Diese ersten Entwürfe und Wachsmodelle sind gerade in der Gießerei. Ich bin schon gespannt, wie sie in Silber und Gold aussehen werden!

 

Update Februar 2020:

Die Silberkreuze sind wunderschön geworden, ich habe schon die ersten verarbeitet!

Zu sehen sind sie im Onlineshop oder bei uns im Atelier in Kiel.

 


Januar 2020

 

Ruhe.Punkt.

 

Meditationsketten

 

Vielleicht hat jemand von Euch/Ihnen ja schonmal eine der vielen Meditation-Apps ausprobiert?

Ich habe verschiedene versucht und kam immer irgendwann an zwei Punkte, die mich gestört haben:

Zum einen ähnelt es mir zu oft einer Sport-App mit Leistungskurve. 

"Gut gemacht, du hast drei Tage hintereinander meditiert!"

Für den Anfang ganz schön, aber nach einer Weile fühlte ich mich irgendwie unter Druck, diesen Score zu halten oder zu überbieten. Irgendwie nicht Sache der Meditation, dachte ich mir.

Zum anderen hat es mich gewurmt, dass ich immer mein Handy bei mir haben musste, um die Meditationszeit einzuhalten oder zu einem guten Endpunkt zu kommen.

Dafür sind geführte Meditationen auf dem Handy natürlich eine feine Sache, denn die sanfte Stimme leitet den Schlusspunkt ja meist sehr schön ein.

Aber: Ohne Handy bleibt einem dann nur der grässliche Wecker oder eine Eieruhr.

Beides nicht so wirklich die erste Wahl für mich.

Also suchte ich nach Alternativen und kam auf Meditationsketten.

Die sind ja gewissermaßen ihr eigener "Timer" wenn man nach und nach herausgefunden hat, wie lange eine oder mehrere Runden dauern.  

Besonders angesprochen haben mich die Mala-Ketten.

Ich habe mich bei meinen eigenen Ketten nicht streng an die Zahl der Perlen dieser alten buddhistisch/hinduistischen Gebetskette gehalten, aber ich habe mich von der Idee der sogenannten "Guru-Perle" (die oft mit Quaste oder Troddel versehen ist) inspirieren lassen.

Diese Perle symbolisiert, je nach Auslegung und Tradition, verschiedenes. Ich habe u.a. davon gelesen, dass man damit eine*n persönliche*n Lehrer*in (oder einen Gott) bedenkt oder ehrt.

In meinen Meditationsketten ist es keine Perle, sondern eine runde, geschmiedete Silberscheibe.

In der Mitte hat sie eine gewölbte Fläche aus Gold oder Silber, die man gut mit den Fingern nachspüren kann.

Wenn man also eine ganz simple Atem-Meditation machen möchte, kann man an diesem haptischen Ruhepunkt beginnen und wieder ankommen.

Die Kugeln sind aus feinem Oliven - und Walnussholz.

Außerdem sind meine Meditationsketten immer nach zehn größeren Perlen von einer kleineren unterbrochen, und das kam so:

Vor Jahren bekam ich einen alten Rosenkranz geschenkt und tat mich zunächst furchtbar schwer damit.

Das ist so ein Klischee-belastetes Stück Katholizismus, das lag erstmal eine Ewigkeit in der Schublade herum. Bis er mir im Rahmen meiner Meditationsketten-Recherche wieder in die Hände fiel.

Ich begann, einfache Atem-Meditation damit auszuprobieren und mir gefiel sofort, dass es im Rosenkranz diese rhythmischen Unterbrechungen gibt. Die wollte ich auch in meine Ketten einbauen.

Und über diesen "Umweg" habe ich mich auch allmählich mit dem klassischen Rosenkranz beschäftigt und vielleicht sogar ein wenig damit angefreundet.

 

So sind meine Meditationsketten eine freie Kombination aus Mala und Rosenkranz.

Man kann ganz ohne religiösen Bezug damit meditieren, wenn man diesen nicht hat oder möchte.

Oder mit einem eigenen Mantra.

Viel Spaß und Namaste!