Aus der Werkstatt

 

Ich bin eigentlich keine Sammlerin und mag es eher übersichtlich in meinen Schubladen.

Und doch sammelt sich ganz von alleine immer wieder so einiges an; und manchmal, wenn man ein lange vergessenes Stück in die Hand nimmt, kommt genau die richtige Idee, um etwas neues daraus entstehen zu lassen.

Meine Miniatur-Skulpturen - gefertigt aus dem einfachen Material Messing und Fundhölzern aus dem Wald und vom Meer - definieren sich nicht über materielle Kostbarkeit, sondern sie erzählen und transportieren Gedanken, Geschichten, Wünsche...und bekommen so ihre ganz eigene Bedeutsamkeit.

 

Mehr aus Werkstatt und Gemeinschaftsatelier findet man bei Atelier kleine Freiheit.

 


Edition Kloster Nütschau

 

November 2021

Treibholz, am Strand von Nord,- und Ostsee gesammelt: Immer eine schöne Sache.

Aber auch im Wald finde ich immer wieder schöne Stücke. Totholz von gefällten oder umgestürzten Bäumen, knorrige Stücke von Astgabeln, glatte oder raue Borke. Meist muss ich vor dem Einsammeln den einen oder anderen Käfer abschütteln oder ein paar Asseln umsiedeln, und gelegentlich schleicht sich doch ein blinder Passagier mit in den Sammelbeutel. Keine Sorge, der findet dann ein neues Zuhause im Blumenbeet vor unserem Kieler Atelier.

 

Voll das Leben also, wenn ich Waldhölzer verarbeite.

Sehr gerne bin ich im Nütschauer Forst unterwegs, dem Wald rund um das Kloster Nütschau.

Natürlich bleibe ich brav auf den Wegen und klettere nicht durchs Unterholz - es liegt im Herbst und nach den Frühjahrsstürmen immer genug Holz am Wegesrand, das ich einsammeln kann.

 

Schon länger brüte ich die Idee aus, eine eigene "Nütschau-Edition" mit meinen kleinen Kunstobjekten zu starten - und voilà: Hier sind die ersten Stücke!

 

Objekt "Weide meine Lämmer"

Ein kleines Kunstwerk aus der "Nütschau-Edition" - inspiriert von langen Spaziergängen rund ums Kloster, vorbei an Apfelbaumwiesen, auf denen die Schafe weiden. Manchmal kommen sie neugierig an den Zaun, und wenn man ein Gästezimmer zum Wald hin erwischt hat, kann es vorkommen, dass die ganze Herde mit lautem "Mäh" direkt vor dem Fenster entlang spaziert.

Dabei wird kräftig geschubst und gedrängelt, von hinten geknufft und seitlich geboxt. Will ja jeder an die zartesten Zweige und Blätter ran, ist klar.

Schafe und ihr "guter Hirte" als Sinnbild für uns Menschen, die (göttlicher) Führung brauchen, ist nicht erst seit Jesus eine bekannte Analogie. Schon das Alte Testament kennt dieses Bild und beschwört im berühmten Psalm 23 den "Guten Hirten", der uns auf grüne Auen und ans frische Wasser führt.

 

Der Job des Hirten oder der Hirtin ist auf alle Fälle anspruchsvoll, und die Herde ist es auch - auch ohne religiöse Analogie. Alle im Blick behalten, sicher über gefährliche Straßen leiten, umgekippte Schafe aus dem Graben ziehen, verlorene Lämmer suchen gehen...alle Hände voll zu tun!

 

Objekt "Weide meine Lämmer"

Messing, Lacke, Zeichnung, Fundholz.

Höhe ca. 10 cm, Breite ca. 20 cm

 

Erhältlich im Atelier kleine Freiheit in Kiel und über den Onlineshop.

 

 

Nütschau-Edition

 

"Lebensbaum" II. Fürchte dich nicht.

"Lebensbaum" III. Aber spricht nur ein Wort

Skizzen, Entwürfe für "Lebensbaum II"
Skizzen, Entwürfe für "Lebensbaum II"

  

"Lebensbaum" II & III symbolisieren für mich ganz handfest die Aussage "Im Tod ist das Leben".

Aus christlicher Perspektive bezieht man das auf Jesus und seine Auferstehung, was eine unerhört spannende Angelegenheit sein kann. Aber - wie bei so vielen religiösen Glaubensaussagen - finden sich immer wieder Deutungsebenen, die auch "ohne Gott" stimmig sein können. Für mich ganz persönlich "funktioniert" Glaube immer dann am besten, wenn er genau diese Offenheit behält und nicht absolut gesetzt wird. Damit liege ich sehr oft überkreuz mit manchen Traditionalist:innen, die sich im Besitz der Wahrheit wähnen, aber nun ja, so ist das eben manchmal im Leben.

Wer also - so wie ich jedes Jahr aufs neue - aus dem Staunen nicht heraus kommt, wenn die Natur erst abstirbt und gleichzeitig schon das gesamte Backup für den Neustart des Lebens parat hat - der kann vielleicht auch was damit anfangen, dass im Tod das Leben ist.

 

Lebensbaum II: Höhe ca. 10,5 cm, Breite ca. 12 cm

Auf dem Sockel geprägt: Fürchte dich nicht.

 

Lebensbaum III: Höhe ca. 10,5 cm, Breite ca. 9 cm

Auf dem Sockel geprägt: Aber spricht nur ein Wort.

 

Beide Stücke im Atelier und im Onlineshop erhältlich.

Vom Erlös geht eine Spende an den Sozialfonds des Kloster Nütschau.

 

November 2021

 

Nütschau-Edition:

"Im Haus meines Vaters III"

 

Ein weiteres Objekt für die "Nütschau-Edition" - mit Fundholz aus dem Nütschauer Forst.

 

Ein neues Haus mit offenen Türen. Winzig, nur einen guten Zentimeter groß.

Ein Stern auf dem Dach, weitere Sterne weisen den Weg.

Durchzug in luftiger Höhe, frischer Wind weht, der alte Mief wird raus gepustet.

Herein!

 

Das Objekt ist bereits in ein neues Zuhause umgezogen...

Vom Erlös geht eine Spende an den Sozialfonds von Kloster Nütschau.

 


Juli 2021

 

"Siebengestirn"

Als leidenschaftliche Sternenguckerin kann ich es ja nicht lassen, immer wieder kleine Kunststücke mit Bezug zu himmlischen Themen zu entwerfen.

Auch kann ich mich nicht der Faszination der vielfältigen mythologischen Vorstellungen rund um Sterne, das Weltall und den Kosmos entziehen. So viele fantasievolle Erzählungen, Kulte und Kunstschätze sind dadurch in den verschiedenen Kulturen entstanden, ein unerschöpflicher Schatz.

Man mag vieles davon aus heutiger, rational-naturwissenschaftlicher Sichtweise belächeln, aber ich finde, man darf sich auch heute noch (oder wieder?) von der denkerischen Vielfalt und Kreativität unserer Vorfahren begeistern und inspirieren lassen.

 

Das sogenannte "Siebengestirn" ist schon seit der Antike und früher unter verschiedenen Namen bekannt, der Wikipedia-Artikel dazu ist sehr lesenswert. 

Der Name "Plejaden" ("Tauben"), mit dem der Sternhaufen in der Astronomie bis heute betitelt wird, kommt aus dem Griechischen. Wilde Erzählungen von Göttinnen und Göttern und ihren Kindern, von tragischen Verfolgungsjagden und Tod, von himmlischer Ambrosia-Speise und Entrückung in den Himmel. Wer mag liest hier mehr darüber.

 

Mein kleines Kunstobjekt spielt mit sieben Sternen und einer kleinen Segelflotte.

Denn Sterne und Navigation, nicht nur auf See - das geht bis heute zusammen.

Wenn man also sagt "folge den Sternen", dann darf man das ganz konkret verstehen, auch wenn man heute nicht mehr den Kopf in den Nacken legen muss, wenn man Kurs halten will.

Aber es lohnt sich immer wieder, bei klarem Himmel nachts nach den Sternen zu schauen.

Mich überwältigt es jedes Mal aufs neue, Gänsehaut inbegriffen.

 

Die Plejaden findet man bei klarer Sicht mit bloßem Auge im Sternbild Stier, gut zu sehen von Juli bis April.

 

Objekt "Siebengestirn"

Messing montiert, lackiert, Fundholz.

Höhe ca. 9 cm

 

"Siebengestirn" im Onlineshop 

 

März 2021

 

"Im Haus meines Vaters II"

 

 

Es ist Mitte März, wir schippern in die dritte Welle, und ich könnte jetzt jede Menge Assoziationen zu Corona, Häusern und "zu Hause bleiben" hier in den Blog tippen.

Aber ich mag nicht.

Ich stelle dieses kleine Haus* einfach so an die Kante. Es ist gut festgemacht, keine Sorge.

Es hat Türen und Fenster in alle Richtungen, also kann es manchmal etwas zugig sein. Aber so hat der Muff keine Chance, sich fest zu setzen - es ist immer frische Luft.

Das Holzstück besteht fast nur aus Löchern. Ist das ein gutes Fundament? 

In der Realität sicher nicht. Aber in der Kunst kann man solche waghalsigen Bauvorhaben riskieren und auf die Statik pfeifen. Mich erinnert das ganze Objekt ein bisschen an ein Boot.

Drei Sterne leuchten am Bug, damit man den Weg zur Haustür findet und nicht unterwegs von den Klippen fällt.

 

"Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen" Joh. 14,2 - biblisch entlehnt, aber frei zu interpretieren.

 

Herein spaziert!

 

*Das Objekt ist verkauft

 

Februar 2021

 

"Lebensbaum"

"Wann wird es endlich wieder Sommer?"

Ok, oder fangen wir erstmal mit dem Frühling an - auch der wird in diesem so ungewöhnlichen Jahr herbei gesehnt wie nie. Jedenfalls von mir. Ich mag den Winter und halte auch typisch norddeutsche Nieselwettertage ganz gut aus.

Aber nach fast einem Jahr des Ferngehalten-Seins, der erzwungenen Distanz, der Sorge und den vielen vielen Toten, die das Virus um uns herum immer noch fordert, will ich endlich wieder Licht sehen.

Will Vorfreude spüren. Auf laue Sommernächte mit Freundinnen und Musik und Wein und Freude.

Will nicht nur den Silberstreifen erahnen, sondern die pralle Sonne im Gesicht spüren, ohne Maske, ohne Angst.

Und ich will auch traurige Menschen wieder umarmen dürfen. Eine Hand nehmen. Die Schulter zum Ausweinen hinhalten.

 

Und weil mir das alles so fehlt, weil mir ganz einfach "das Leben" so fehlt und sich "das Kreuz" gerade so schwer anfühlt, auch wenn ich selbst objektiv gar nichts zu erleiden habe, habe ich einen kleinen Lebensbaum angefertigt. In meiner Werkstatt habe ich viele kleine Blätter aus Messing ausgesägt, schimmernd wie Gold. Sie erblühen jetzt an einem Stück Weinstock-Wurzelholz, das entfernt an einen menschlichen Körper erinnert. Oder vielleicht an ein Kreuz. 

Die Metapher von den buchstäblich durchkreuzten Plänen war in der Vergangenheit in vielen kirchlichen Verlautbarungen zu hören - treffend, schon. Aber eben auch nur eine Seite der Medaille.

Was ja viel schwerer zu begreifen (und noch schwerer zu erklären) ist: Das Folterwerkzeug Kreuz gilt Christ:innen als Zeichen des neuen Lebens. Wie soll das zusammen gehen? Ist es nicht zynisch, dem Leiden etwas positives abgewinnen zu sollen, ihm Sinn zuzuschreiben? Darüber habe ich erst kürzlich mit meinen Podcast-Kollegen von der Gretchenfrage nachgedacht, Ende offen. Einfache Antworten gibt es nicht.

Vielleicht muss sich jede Generation - auch unsere - wieder neu die Frage stellen, wie wir mit "dem Kreuz" des Leidens umgehen - christlich oder nicht.

 

Aus künstlerischer Perspektive haben mich schon immer die sogenannten "Lebensbaum-Kreuze" fasziniert, die mit verschlungenem Rankwerk, bunten Blüten oder Äpfeln verziert wurden.

Das Kreuz und der Lebensbaum wurden schon früh in der christlichen Tradition zusammen gedeutet und in der Kunstgeschichte unzählige Male bildnerisch umgesetzt. Ein Wikipedia-Artikel zeigt das recht anschaulich.

Der Lebensbaum aber ist, jenseits aller Religionen, ein Symbol, mit dem wohl fast alle Menschen etwas verbinden können, und an dem sich eine Ur-Sehnsucht ablesen lässt:

Wir wollen das Leben leben. Mit allem drum und dran. Volle Kanne.

Dass auch der Tod dazu gehört und als treuer Freund im Schatten immer bei uns ist, blenden wir dabei nur allzu gern aus...bis er sich dann manchmal recht unsanft in Erinnerung ruft.

 

 

Mein kleiner Lebensbaum breitet seine "Arme" aus und sagt: Leg los! Ich bin dein Leben, ich bin da! 

 

 

Objekt "Lebensbaum" Meike Kröger 2021 (verkauft)

Messing, Weinstock-Wurzelholz.

Höhe ca. 15 cm

 

Oktober 2020

 

"Windhauch" und "Glaube, Liebe, Hoffnung"

"Windhauch, Windhauch...das ist alles Windhauch...

...Alle Dinge sind rastlos tätig, kein Mensch kann alles ausdrücken, nie wird ein Auge satt, wenn es beobachtet, nie wird ein Ohr vom Hören voll...

...Was geschehen ist, wird wieder geschehen, was getan wurde, wird man wieder tun:

Es gibt nichts Neues unter der Sonne."

 

Dieses Zitat, auszugsweise aus dem Alten oder Ersten Testament geborgt (Kohelet 1, 2-9), ist eines meiner liebsten aus der Bibel. Vielen ist der sog. "Prediger" zu nihilistisch. Zu fatalistisch. Zu nüchtern.

Ich mag genau das: Den nüchternen, realistischen Blick auf die Welt und auf uns Menschen.

Finde mich selbst darin wieder.

Skeptisch, immerzu fragend, zweifelnd:

Lohnt sich das alles, was ich hier mache? Meine kleine Kunst, meine Textereien...

Gab und gibt es nicht zahllose vor und neben mir, die schon alles gesagt haben, alles erdacht und erzählt haben?

Vor vielen Jahren, ganz am Anfang meiner Selbständigkeit, sagte mal eine Ausstellungsbesucherin zu mir:

"Tja wissen Sie, das ist ja alles ganz nett, aber man kann ja das Rad nicht neu erfinden."

Damals, als mein künstlerisches Selbstbewusstsein noch nicht so richtig entwickelt war, hat mich das sehr getroffen.

Heute kann ich darüber lächeln und sagen: Ja, das stimmt. Das wusste man ja schon im 3./4. Jahrhundert vor Christus, aus dem der oben zitierte Text stammt.

Und ich mache trotzdem immer weiter. Baue meine kleinen Boote und schicke sie in die Welt.

Lasse sie vom Windhauch anpusten und ihren Weg finden.

Zu Ihnen, zu Dir, irgendwo landen sie immer an und bleiben.

Für den Moment, bis alles wieder weiter geweht wird.

 

 

 

"Glaube, Liebe, Hoffnung"

 

Auch ein ganz schön alter Hut. Wer Lust hat, mal den ganzen Text dazu zu lesen, klickt hier.

Immer gern genommen zu Hochzeiten, aber auch zu Beerdigungen.

Ich mag ja, dass man viele biblische Texte durchaus ohne eine religiöse Brille lesen oder interpretieren kann.

Wir alle glauben. Z.B. an unsere Lebensziele (falls wir welche haben). An die Kraft von Möglichkeiten.

An die Liebe. An Neuanfang. An die Klimarettung. Oder vielleicht, wenn wir ein bisschen abergläubisch sind, auch an den Talisman in unserer Hosentasche. Den können wir verlieren, ebenso wie wir unseren Glauben verlieren können, egal ob er an einem "göttlichen Wesen" hängt oder einem Glücksbringer oder am Kapitalismus.

Nichts ist selbstverständlich.

Als Jesus am Kreuz gestorben ist, ist mit ihm auch die Hoffnung gestorben.

Eine Vision ist gescheitert. Ende und aus.

Die Hoffnung stirbt zuletzt, und vielleicht ist das grausamer als der Tod selbst.

Aber - wie konnte dann ausgerechnet das Kreuz zu einem Symbol für die Hoffnung werden?

Für eine wie mich, die die Auferstehungserzählungen einfach nicht als Tatsachenberichte lesen kann, war das lange nicht nachvollziehbar.

Bis ich lernte, dass in der neueren Theologie durchaus davon die Rede ist, dass die Jüngerinnen und Jünger, nachdem sie unter dem Schock der Kreuzigung (abgesehen von den Frauen...) fluchtartig den Schauplatz verlassen hatten, sich nach einer gewissen Zeit wieder aufgerafft haben, um Jesu Erbe anzutreten.

Sie haben seine Visionen wieder neu belebt und in die Welt getragen.

Sie haben Jesus buchstäblich auferstehen lassen, ihn nicht losgelassen und ihn wieder in ihre Mitte geholt.

Er hat Hoffnung gegeben, auch aus dem Tod heraus.

Dass diese eher symbolische Deutung sicherlich streng dogmatischer Lehre (z.B. die der leiblichen Auferstehung) nicht gerecht wird: Klar.

Aber für mich ist es eine Brücke zu diesen Erzählungen und dem, was sie uns heute vielleicht sagen können.

.

So habe ich in dieser kleinen Skulptur versucht, die drei großen Worte Glaube, Hoffnung und Liebe zusammen zu fassen:

Den Glauben daran, dass es immer wieder Hoffnung geben kann, selbst wenn alle Pläne und Vorhaben durchkreuzt werden und scheitern. Auch die Liebe kann über Bord gehen, nichts ist selbstverständlich.

Damit das nicht so schnell passiert, habe ich das kleine Herz fest angelötet.

Gute Reise!

 

 

Beide Objekte kann man im Atelier in Kiel oder im Onlineshop bekommen.

Update: Beide Objekte wurden inzwischen verkauft.

 


Juni 2020

 

"Gute Reise" und "Im Haus meines Vaters"

 


Unterwegs.

 

Das kann man ganz buchstäblich sein, in dem man eine Reise macht. Segeln geht. Berge besteigt. Kilometer macht. Ziele verfolgt.

Diese beiden kleinen Kunstobjekte sind sehr persönliche Umsetzungen von "Unterwegssein".

Das linke Bild zeigt ein kleines Haus an einer Klippe. Auf seinem Dach leuchtet ein Stern.

Vielleicht weist er den Weg?

Ist das Haus auf dem Gipfel das Ziel, oder ist es der Startpunkt, von dem aus man sich aufmacht ins weite Tal der Möglichkeiten?

Oder ist es ein Rastplatz auf der langen Wegstrecke?

Der Aussichtspunkt für den klaren Blick?

 

Auf dem Standfuß des kleinen Kunstobjekts ist eingeprägt:

"Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen".

Das habe ich mir aus der Bibel geborgt (Joh. 14,2), denn dieser Satz war mir schon oft eine Art innerer Rastplatz in Zeiten, die unübersichtlich waren - in denen ich nicht wusste, in welche Richtung ich weitergehen sollte, in denen ich mich in mir selbst nicht so recht zu Hause fühlen mochte.

So habe ich schon so manchen Berg in Angriff genommen, und immer war ich froh, wenn ich zwischendurch Pause machen konnte. Mich neu orientieren, einem Hinweis folgen.

Mich im Unterwegs-Sein zu Hause fühlen dürfen, auch wenn ich manchmal nur vorübergehend eingezogen bin in eine der vielen "Wohnungen".

 

...

 

Das Kunstobjekt auf dem rechten Bild heisst "Gute Reise".

Wind im Rücken, den Sternen nach...und ein Beiboot ist auch immer eine gute Idee.

Wer weiss, wen man mit ins Boot nehmen möchte?

 

Beide Stücke können entweder im Atelier oder auch über den Onlineshop erworben werden.

Update: Beide Stücke durften in ein neues zu Hause einziehen.

 

Die kleinen Kunstobjekte sind aus Messing ausgesägt, plastisch geformt und montiert (gelötet).

Sie sind auf Stücken von Weinstock-Wurzelholz befestigt, gefunden am Nord-Ostsee-Kanal bei Kiel.

Kaum zu glauben aber wahr: Hier im hohen Norden wird Wein angebaut!

 

Die Bildergalerie zeigt einen kleinen Einblick in den Herstellungsprozess.

 

 

Februar 2020

Aus der Werkstatt in den Onlineshop!

 

Endlich ist es soweit: Seeligkeiten hat einen kleinen Onlineshop bekommen!

Er befindet sich noch im Aufbau und wird sich nach und nach weiter füllen.

Im Seeligkeiten-Shop gibt es eine Auswahl schöner, handgefertigter Meditationsketten, Armbänder und Rosenkränze. Handschmeichelndes Olivenholz, edle Schmucksteinkugeln und massives Silber - das sind die Werkstoffe für meine Stücke.

Demnächst werden auch kleine Kunstobjekte in den neuen Shop einziehen.

 

 


Februar 2020

 

Glücksbringer, Amulette, Talismane...alles Quatsch? 

 

Brauchen wir heute nicht mehr. Wir sind aufgeklärt und rational. Glücksbringer sind was für hoffnungslose Romantiker und Abergläubige.

Stimmt.

Wir sollen das Herz nicht an die Dinge hängen und tun es doch permanent.

Unser Leben hängt aber zum Glück nicht am Meditationsarmband oder dem silbernen Schutzengel.

Aber unsere Hoffnungen, die hängen da dran.

Und die guten Wünsche unserer Lieben, die uns diese kleinen Erinnerungsstücke geschenkt haben.

Unsere Geschichten lassen die Dinge lebendig werden.

Wenn ich in meiner Werkstatt solche Stücke entwerfe wie dieses Anker-Amulett, dann wandern jedes Mal viele Gedanken und Erinnerungen mit in die Arbeit. Oder die Geschichten der Auftraggeber*in. Ist es deshalb gleich "mehr" als bloß ein hübscher Silberschmuck? Sicher nicht. Das wird es vielleicht nur in dem Moment, in dem die Person, die das Stück trägt, sich dazu ihre eigenen Gedanken macht. Eines Tages wird es vielleicht nur ein altes Erbstück sein, mit dem die nächste oder Übernächste Generation nichts mehr anfangen kann.

Ob es dann wohl irgendwann wieder zu neuem Leben erweckt wird?

 


Januar 2020

 

Am Kreuzweg.

 

Am Kreuz scheiden sich immer noch die Geister.

Für die einen ist es Ausdruck ihres Glaubens, für andere lediglich ein modisches Accessoire.

Für wieder andere ein lästiges Ärgernis, ein Affront. 

Über das Kreuz wurde und wird immerzu gestritten. 

Darf es an der Wand im Klassenzimmer hängen? Am Hals der* Lehrerin*? Ist es ok, es einfach so zu tragen, weil man es schön findet?

Für mich ist das Kreuz ein Symbol mit vielen Aussagemöglichkeiten. 

 

Wege kreuzen sich.

Oben und Unten verbindet sich.

Pläne werden durchkreuzt.

Viele Richtungen, in die man gehen könnte.

Kreuz und quer.

Himmel und Erde.

Leidenszeichen mit eingebauter Hoffnung.

Man kann seine Sorgen daran aufhängen.

Es kann viel mehr tragen als man denkt.

 

...

 

Momentan arbeite ich gerne in Wachs. Das erlaubt viel mehr Plastizität und freiere Formen als das direkte Arbeiten mit Silber oder Gold. Ich kann ganz frei ausprobieren, ohne mir Gedanken über das kostspielige Material machen zu müssen. Wenn ich mit einem Modell fertig bin, übergebe ich das Wachsmodell an eine Gießerei, die dann aus Silber oder Gold einen oder auch mehrere Abgüsse herstellt. Am Ende bekommen die Stücke dann von mir noch weitere Gestaltungselemente und die finale Oberflächenbearbeitung.

Diese ersten Entwürfe und Wachsmodelle sind gerade in der Gießerei. Ich bin schon gespannt, wie sie in Silber und Gold aussehen werden!

 

Update Februar 2020:

Die Silberkreuze sind wunderschön geworden, ich habe schon die ersten verarbeitet!

Zu sehen sind sie im Onlineshop oder bei uns im Atelier in Kiel.

 


Januar 2020

 

Ruhe.Punkt.

 

Meditationsketten

 

Vielleicht hat jemand von Euch/Ihnen ja schonmal eine der vielen Meditation-Apps ausprobiert?

Ich habe verschiedene versucht und kam immer irgendwann an zwei Punkte, die mich gestört haben:

Zum einen ähnelt es mir zu oft einer Sport-App mit Leistungskurve. 

"Gut gemacht, du hast drei Tage hintereinander meditiert!"

Für den Anfang ganz schön, aber nach einer Weile fühlte ich mich irgendwie unter Druck, diesen Score zu halten oder zu überbieten. Irgendwie nicht Sache der Meditation, dachte ich mir.

Zum anderen hat es mich gewurmt, dass ich immer mein Handy bei mir haben musste, um die Meditationszeit einzuhalten oder zu einem guten Endpunkt zu kommen.

Dafür sind geführte Meditationen auf dem Handy natürlich eine feine Sache, denn die sanfte Stimme leitet den Schlusspunkt ja meist sehr schön ein.

Aber: Ohne Handy bleibt einem dann nur der grässliche Wecker oder eine Eieruhr.

Beides nicht so wirklich die erste Wahl für mich.

Also suchte ich nach Alternativen und kam auf Meditationsketten.

Die sind ja gewissermaßen ihr eigener "Timer" wenn man nach und nach herausgefunden hat, wie lange eine oder mehrere Runden dauern.  

Besonders angesprochen haben mich die Mala-Ketten.

Ich habe mich bei meinen eigenen Ketten nicht streng an die Zahl der Perlen dieser alten buddhistisch/hinduistischen Gebetskette gehalten, aber ich habe mich von der Idee der sogenannten "Guru-Perle" (die oft mit Quaste oder Troddel versehen ist) inspirieren lassen.

Diese Perle symbolisiert, je nach Auslegung und Tradition, verschiedenes. Ich habe u.a. davon gelesen, dass man damit eine*n persönliche*n Lehrer*in (oder einen Gott) bedenkt oder ehrt.

In meinen Meditationsketten ist es keine Perle, sondern eine runde, geschmiedete Silberscheibe.

In der Mitte hat sie eine gewölbte Fläche aus Gold oder Silber, die man gut mit den Fingern nachspüren kann.

Wenn man also eine ganz simple Atem-Meditation machen möchte, kann man an diesem haptischen Ruhepunkt beginnen und wieder ankommen.

Die Kugeln sind aus feinem Oliven - und Walnussholz.

Außerdem sind meine Meditationsketten immer nach zehn größeren Perlen von einer kleineren unterbrochen, und das kam so:

Vor Jahren bekam ich einen alten Rosenkranz geschenkt und tat mich zunächst furchtbar schwer damit.

Das ist so ein Klischee-belastetes Stück Katholizismus, das lag erstmal eine Ewigkeit in der Schublade herum. Bis er mir im Rahmen meiner Meditationsketten-Recherche wieder in die Hände fiel.

Ich begann, einfache Atem-Meditation damit auszuprobieren und mir gefiel sofort, dass es im Rosenkranz diese rhythmischen Unterbrechungen gibt. Die wollte ich auch in meine Ketten einbauen.

Und über diesen "Umweg" habe ich mich auch allmählich mit dem klassischen Rosenkranz beschäftigt und vielleicht sogar ein wenig damit angefreundet.

 

So sind meine Meditationsketten eine freie Kombination aus Mala und Rosenkranz.

Man kann ganz ohne religiösen Bezug damit meditieren, wenn man diesen nicht hat oder möchte.

Oder mit einem eigenen Mantra.

Viel Spaß und Namaste!