Was wächst hier?

Seeligkeiten.

 

Laut Lexikon ist diese Schreibweise ein "beliebter Fehler":

Auch wenn es naheliegend erscheint: Das Wort "selig" leitet sich nicht von "Seele" ab, sondern geht auf althochdeutsch "sälig" = "gut, glücklich, gesegnet, heilsam" zurück.

Das wäre also geklärt.

Oder?

 

Meine "Seeligkeiten" dürfen gerne ein "beliebter Fehler" sein.

Fehler machen wir dauernd.

Für mich steckt mehr drin, z.B. die See.

Konkret die Ostsee. Die ist hier um die Ecke.

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Man kann hinfahren, wenn es zu eng wird im Kopf oder im Herzen.

Jede Menge Horizont und Wind.

Himmelhoch.

Regenschwer.

Man kann Erinnerungen darin ertränken.

Oder sie dem Wind entreissen und festhalten.

 

Man kann überlegen, ob man sich mit einem Boot auf die Wellen wagt.

Oder nur die Gedanken segeln lassen.

Man kann Steine werfen ohne dass Scheiben kaputt gehen.

Die Hoffnung in den Wind schreiben und warten ob Antwort kommt. 

Sich tragen lassen.

Im Trüben fischen.

Anker werfen.

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Irgendwann im September 2019

 

Manchmal kann man förmlich das Gras wachsen hören. Ich klebe gerade mit dem Ohr am Boden und lausche. Höre es summen und brummen und krabbeln. Schwanke zwischen gespannter Vorfreude und banger Erwartung. Übe mich in Geduld (naja, sagen wir: Ich versuche es!). Gut Ding will Weile haben. Aber wann ist es gut? 

...

 

Einige Wochen später.

Oktober.

Sonntag.

 

Regen, fallende Blätter und Kopfweh.

Nach und nach wirken die Tabletten.

Der Waldspaziergang hat auch geholfen.

Also setze ich mich hin und versuche, hier ein Stück weiter zu kommen.

Was wird das hier?

Ehrliche Antwort: Ich weiss es noch nicht so genau.

Eigentlich hatte ich den Plan, diese Seite erst zu veröffentlichen, wenn sie fertig ist.

Oder wenn ich ein schlüssiges Konzept erarbeitet habe.

Habe gemerkt: Dann wird es nie passieren.

Alles wird immer irgendwie unfertig, vorläufig bleiben.

 

Also fange ich einfach an.

Gedankenschnipsel.

Fragmente.

Selbstgespräche.