Bibelskizzen August 2021

Jesus steht mit dem Rücken zu einem Abhang, eine wütende Menge will ihn herabstürzen. Rechts im Bild eine Stadt mit Mauer. Skizze von Meike Kröger, Seeligkeiten.de
"Jesus ist nicht willkommen" Lukas 4, 16-30

Im August habe ich angefangen, zu den Lesungen des Tages (katholische Leseordnung) kleine Skizzen zu machen. Ohne Anspruch auf "richtig" oder "falsch" - ganz spontan. Ich habe immer das eingefangen, was mir nach dem Lesen im Kopf hängen geblieben ist, was ein inneres Bild erzeugt hat oder mich noch länger nachdenken lässt. 

 

Zum Beispiel die Wut der Menschen, die die oft so unbequemen und gar nicht netten Worte von Jesus nicht hören wollen, und ihn sogar tätlich angreifen. Oder die tiefe Erschöpfung des Propheten Elija in der Wüste, der von seinem Auftrag total überfordert ist und nicht mehr weiter will.

Buchstäblich lebensmüde wirft er sich unter einen Strauch und schmeißt alles hin - und wird doch nicht aufgegeben. Im Gegenteil: Er bekommt Besuch von einem Engel, der ihm etwas zu Essen und neuen Mut bringt.

Solche "Engel" (oder einfach genau die richtigen Menschen zur richtigen Zeit) hat sicher schon jede:r von uns schon getroffen. 

Besonders am Herzen ist mir auch die Geschichte vom ängstlichen Mann, der das ihm anvertraute Geld lieber in der Erde verbuddelt, statt damit gewinnbringend zu wirtschaften. Wer könnte ihn nicht verstehen?

Lieber das bisschen festhalten, das man hat, oder?

Aber es stimmt ja, wer nicht wagt, der nicht gewinnt - also raus damit, ins Leben investieren!

Zur Erzählung über die "törichten und die klugen Jungfrauen" die mit ihren Lampen vor dem Haus des Bräutigams warten, habe ich kürzlich einen kleinen Blogbeitrag geschrieben, wer Lust hat, kann ihn hier lesen.

 

September 2021

Eine Menschenmenge versucht, zu Jesus zu gelangen, weil er sie berühren soll. Gelber und blauer Aquarell-Hintergrund, Menschen als einfache Linienskizze.
"Alle Leute versuchten, ihn zu berühren"... Lukas 6, 12-19

 

 

Im September gab es stürmische Texte. Häuser, die dem Sturm nicht trotzen - traurig aktuell.

Frauen, überhaupt Eltern, die ihre Kinder und andere gewaltsam zu Tode gekommene Angehörige zu betrauern haben - erschütternd zeitlos.

Der kirchliche Gedenktag der "Schmerzen Marien" setzt dem ein trauriges Denkmal - dazu habe ich kürzlich etwas für die NDR Radiokirche aufgenommen.

Aber es gab auch Texte, die von überfließender Liebe und Hingabe berichten, oder von tröstlichem Besuch in der Nacht, als Josef sich darüber den Kopf zerbrochen hat, wie er das nur alles wuppen soll mit der schwangeren Maria. Die Jünger, unterwegs mit Jesus, kapieren mal wieder gar nix (und sind mir deshalb immer wieder sehr nah). Als sie in einem Dorf mit ihrer Botschaft einfach nicht landen können, wollen sie, dass Jesus Feuer und Blitze regnen lässt. Der bleibt jedoch cool, wäscht ihnen kurz den Kopf und zieht lieber weiter ins nächste Dorf.

Recht haben um jeden Preis? Eher nicht.