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Gedanken im Radio. Auferstehung? Ein Versuch.

 

 

Wenn mir vor ein paar Jahren jemand gesagt hätte, dass ich mal in Mikrofone sprechen würde, das ganze dann im Radio zu hören sein würde, und überdies auch noch etwas mit Religion und Glaube zu tun haben würde...

ich hätte der Person einen Vogel gezeigt.

Nun ja. Wandel war schon immer meine Konstante, davon kann nicht nur ich ein Lied singen.

 

Die Aufgabe war: Vier kurze Texte verfassen, die als Audio jeweils unter 1:50 Minuten lang sein durften. Für eine wie mich die perfekte Übungsaufgabe in Sachen auf den Punkt kommen.

Das erste Ergebnis lief am 7. April im Radio - wer Lust hat, kann es sich anhören:

Gesegneten Abend NDR 1 Welle Nord

 

Und weil natürlich der endgültige Text einen gewissen Schrumpfungsprozess durchlaufen hat, hier noch einmal die "Vollversion". 

 

Angelehnt an Lk 24, 13-35, Tagesevangelium am 7. April 2021

 

Endlich ist wieder Frühling, endlich kann man man wieder länger draußen sein, spazieren gehen und über das Erwachen der Natur staunen. Ich bin unterwegs am Meer oder im Wald, und überall um mich herum passiert Auferstehung. 

Unterwegs, beim wandern, kommen meine Gedanken zur Ruhe. 

Die Alltagssorgen rücken in den Hintergrund, und manchmal werden mir Zusammenhänge klar, die ich vorher nicht sehen konnte. 

 

Jetzt, zur Osterzeit, hören wir in den Gottesdiensten auch wieder eine Geschichte vom unterwegs sein und vom klar sehen.

Dass Jesus auferstanden sein sollte, hat sich auch einige Wochen nach der Kreuzigung noch nicht überall herum gesprochen - und wo man es sich erzählt, herrscht oft Unglaube und Zweifel. Ganz normal, oder nicht? Denn was für eine unglaubliche Geschichte ist das auch!

Die Jünger verstreuen sich in alle Winde, müssen das Erlebte erst einmal verarbeiten. 

Eine Gruppe von von ihnen ist unterwegs in das Dorf Emmaus, und auf dem Weg gesellt sich Jesus zu ihnen. Sie können ihn aber nicht erkennen, sind buchstäblich mit Blindheit geschlagen und stehen noch unter Schock. Erst, als er nach der langen Wanderung gemeinsam mit ihnen das Brot bricht und mit ihnen isst und trinkt, gehen ihnen die Augen auf und sie können erkennen, dass er wirklich der ist, den sie so sehr vermisst haben.

 

Zweifel, Unsicherheit und offene Fragen - das gehört immer auch zu meinem Glauben. Ich fühle mich daher in bester Gesellschaft mit den Jüngerinnen und Jüngern, die so oft begriffsstutzig sind, egal wie viele kluge Erklärungen sie hören. 

Aber manchmal, gerade wenn man es nicht erwartet, fällt der Groschen. Vielleicht genau dann, wenn man wieder beginnt zu staunen.

Zum Beispiel über die ersten Knospen an einem scheinbar toten Zweig, wenn das Leben im Frühling wieder zurück kommt.

Staunen ist vielleicht noch kein tiefer und fester Glaube, aber es ist ein Anfang.

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Das alles ist sicher keine hohe theologische Kunst, aber es hat mir Spaß gemacht und ich habe viel gelernt. Und für einen prinzipiell schüchternen Menschen wie mich war es mal wieder eine kleine Mutprobe.

 

 

 

 

P.s.:

Kürzlich habe ich auch wieder mit der "Gretchenfrage" gepodcastet - es ist eine sehr persönliche Episode geworden. Wer Lust hat, hört mal rein!

 

Gretchenfrage Podcast: Warum Kirche?

 

 

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