Brot und Wein oder was davon bleibt, wenn man nur lange genug darüber streitet.

Wer mich kennt weiss, dass ich gerne Podcasts höre.

Schon viele Jahre lang lausche ich - meist während der Arbeit am Goldschmiede-Werktisch - regelmäßig vielen verschiedenen Menschen, die aus ihrem Leben erzählen, zu allen möglichen Themen.

Das können professionelle Produktionen aus dem Hörfunk sein, aber auch gerne Sendungen von Leuten, die einfach begeistert von einem Thema sind und davon berichten möchten. 

Dass ich eines Tages selbst in einem Podcast zu hören sein würde, und dass dieser Podcast dazu noch ein theologischer sein würde, hätte ich bis vor einigen Jahren noch in den Bereich des Unmöglichen verwiesen. Aber es heisst ja so schön: Nichts ist unmöglich.

 

Herzlich willkommen also zur „Gretchenfrage“!

Diesem Format folge ich seit der ersten Stunde (die schlug im Jahre 2013), und die beiden Theologen Mark und Florian haben einiges dazu beigetragen, einen ganzen Haufen meiner reichlich vorhandenen Vorurteile, Vorbehalte und Falschinformationen über die katholische Kirche zu überdenken und aufzugeben - was mitnichten bedeutet, dass ich jetzt weniger Dinge bizarr bis absurd finde.

 

Da eine meiner Superkräfte zu sein scheint, Leuten Löcher in den Bauch zu fragen, haben wir über die Jahre auch persönlichen Kontakt aufgenommen und haben über die Distanzen Kiel - Duisburg - Gelsenkirchen buchstäblich über „Gott und die Welt“ diskutiert.

Irgendwann kam die Idee auf, einmal eine gemeinsame Folge einzusprechen, aber ich fühlte mich noch nicht wirklich bereit, in ein Mikrofon zu sprechen.

Mein Weg in die Kirche hinein war und ist ja ein sehr persönlicher, und wenn ich eins gelernt habe:

Das Sprechen über das, was man Glaube nennt, ist (*hüstl*) höllisch schwer, wird gerne missverstanden und man kriegt auf jeden Fall eins übergebraten.

Sei es von denen, denen man nicht „wahrhaftig genug“ oder „katholisch genug“ glaubt (was immer damit gemeint sein soll...), sei es von denen, die Glaube sowieso für etwas komplett beklopptes halten, sei es von denen, die einfach nur meckern wollen.

Man muss sich also schon gut überlegen, ob man dazu die Klappe aufmacht, vor allen Dingen dann, wenn man zu den eher zurückhaltenden bis schüchternen Zeitgenossen gehört.

 

Nun habe ich aber schon ein ganzes Stück Weg hinter mich gebracht und merke:

Ich habe Lust, mitzureden. 

Als ich also vor ein paar Wochen (wieder einmal) besonders freundlich gefragt wurde, ob ich nicht doch mal dabei sein möchte bei der Gretchenfrage, habe ich ja gesagt.

Wenig später landete ein fancy Mikrofon in meiner Post, und ich hantierte mit Audiosoftware und Kabeln herum. Bastelte mir ein improvisiertes Tonstudio im Atelier, mit Decken abgehängt und wenig Beinfreiheit. Soll gut sein für den trockenen Sound (die Decken, nicht die mangelnde Beinfreiheit).

 

Das Thema unserer ersten gemeinsamen Folge hat was mit Corona und digitaler Kirche zu tun, mit „Geistermessen“ und der Frage danach, was es mit dem kleinen blassen Taler auf sich hat, den wir normalerweise in der Messe zu essen bekommen. 

Ich spreche über eines meiner theologischen Lieblingsbücher: „Gott essen“ von Anselm Schubert. 

Es passt ganz hervorragend zur aktuellen Debatte in der katholischen Kirche, die sich mal wieder in endlosem Gezänk darüber ergeht, ob und wie die Gläubigen ihren „eucharistischen Hunger“ gestillt kriegen können, sofern denn welcher vorhanden ist. 

Ehrlich gesagt: Die Diskussionen, so wichtig sie teilweise sein mögen, verderben mir eher den Appetit.

Das Buch, humorvoll und gut verständlich geschrieben, macht hingegen Lust auf Brot aller Art. 

Lebendiges Brot.

Brot backen, Brot teilen, gemeinsam essen, Wein (oder was auch immer) trinken und feiern - auch wenn das alles momentan nur unter Einschränkung möglich ist.

 

Wer Lust hat, die Folge anzuhören: Hier geht`s lang.

Mein persönliches Fazit: Erstmal gehörige Erleichterung bei mir, dass ich mich wirklich getraut habe.

Für mich eine von vielen kleinen bestandenen Mutproben der letzten Jahre.

Mit etwas Selbstkritik würde ich sagen, dass wir hier und da etwas zu weitschweifig waren. 

Hinterher fällt einem ja immer ein, wie man dies oder das viel griffiger hätte formulieren können.

Aber hört selbst und - wer mag, lässt gerne ein Feedback da!

Per Kommentar, Mail oder auch hier im Blog.

Danke Euch!

 

 

Kommentare: 0