Dazwischen

 

 

 

 

 

Dazwischen

 

 

Vor ein paar Jahren ist mir was verrücktes passiert.

Ich habe mich verliebt.

In die Kirche.

Oder besser gesagt: 

In das, was von ihr noch übrig ist.

Das, was kleiner wird.

Bescheidener.

Ehrlicher.

 

Bröckelndes altes Mauerwerk,

dass den frischen Wind hinein lässt,

und den Zweifel willkommen heisst.

Unter den Schutthalden der Machtkämpfe

liegt der Schatz begraben.

 

 

Lange habe ich vor der Tür gestanden.

Bin drum herum geschlichen.

Habe hier und da herein gespäht.

Fragen über Fragen gestellt.

Saß am Rand, saß ganz hinten.

Schlich hinaus weil ich nicht verstand.

Kam zurück weil Wunden heilten.

Lief wieder davon 

weil so viele verwundet werden.

 

Stand am tiefen Graben.

Wollte springen.

Konnte nicht loslassen.

Zu viele Fragen.

Wut.

Angehäufte Lügengebirge.

Bollwerke aus Brokat und Seide.

Bitterer Wein.

 

Dazwischen:

Worte, die mich ins Herz treffen.

Musik, die Tränen fließen lässt.

Menschen, die mutig sind.

Brücken, die Gräben überspannen.

Eine Adresse für Dankbarkeit.

Und für den Zorn.

Graswurzeln, die sich nicht kaputt trampeln lassen.

Trotz.

Aufbegehren.

Aufstand.

Aufstehen.

Auferstehung?

 

Ich gehe ein Stück mit.

Ende offen.

 

 

 

 


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