Wie die Kinder?

 

 

Kinder sind wunderbar. Und Nervensägen. Und laut.

Man schläft schlecht weil man sich immerzu sorgt.

Sie löchern dauernd mit Fragen und noch mehr Fragen.

Sie werden größer und undankbarer und finden alles unfair.

All das kenne ich nur vom Hörensagen, denn ich habe keine eigenen Kinder.

Ein ziemlich ungewöhnlicher Mann aus Nazareth sagte mal vor rund 2000 Jahren, dass wir wie die Kinder werden sollen, damit wir ins Himmelreich kommen können.

Will man da heute noch hin, in den Himmel?

Was soll das sein? Und wo ist das genau?

War schon einmal jemand dort, der sagen könnte, ob die Reise lohnt?

Da der Planet hier allmählich ungemütlich wird (und auch weil die Neugier einfach zu groß ist) machen sich ja schon manche recht konkret auf die Suche nach neuen Quartieren im All.

Ob man nun den Himmel als (religiösen) Sehnsuchtsort, als Dachboden für unerfüllte Erdlings-Lebenswünsche oder interstellare Unendlichkeit betrachtet: Erklärungsideen zum Himmel hatten die Menschen schon immer.

Und trotz fehlender Ortsangabe legten sie fest, wer unter welchen Umständen hinein darf und wer nicht. 

 

Dass der ungewöhnliche Mann aus Nazareth vor 2000 Jahren ausgerechnet Kinder als Vorbild für die Eintrittskarte ins Himmelreich gewählt hat, hat vermutlich weniger mit der heute betonten "kindlichen Neugier" (oder Unschuld oder Offenheit) zu tun als viel mehr mit der Rechtlosigkeit und absoluten Abhängigkeit von Kindern in der antiken Gesellschaftsordnung. 

Will vielleicht heissen:

Versetzt Euch in die niedrigsten und rechtlosesten Subjekte unserer Gesellschaft hinein - dann habt ihr vielleicht eine Ahnung davon, wie weit der Himmel (...ein besseres Leben? Freiheit? Gerechtigkeit?) für viele Menschen entfernt ist. Und wie groß die Sehnsucht danach immer noch sein muss.

 

 

 

 

 

 

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